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THE EUROPEAN CYCLING PROJECT

Italien > Euro-Express-Radweg Übersicht Radwege Italien

TransAlp light: Brenner - Calalzo ... auf dem Europa-Express-Radweg durch die Alpen

Die einzigartige und faszinierende Radroute vom Brennerpass nach Calalzo  ist Bestandteil der vom ECP-Team konzipierten Europa-Express-Radroute von Amsterdam nach Venedig

Hier finden Sie  Infos zur gesamten Europa-Express-Radroute von Amsterdam nach Venedig.

Nachfolgend beschreiben wir die Etappe vom Brennerpass nach Calalzo.  

Radroute Brenner

Die Europa-Express-Radroute auf der Etappe vom Brenner nach Calalzo

Nur Fliegen ist schöner oder auch nicht, denn die einmalige Radroute vom Brennerpass nach Calalzo fühlt sich an, als fliege man durch die Alpen. Auf rund 80 Kilometern verläuft die insgesamt knapp 200 Kilometer lange und teilweise neu ausgebaute Radroute über ehemalige Bahntrassen. Dort, wo einst die Fernreisezüge über den wohl legendärsten Gebirgspass der Welt fuhren, nämlich über den Brenner, verläuft heute ein Radweg, der sich auf einer faszinierenden Trasse durch die Bergwelt der Alpen schlängelt. Die Radroute bietetet atemberaubende Panoramen und führt meistens an Bergkämmen hoch über den Tälern entlang: eben ein Gefühl wie fliegen. Und das alles auf einer quasi autofreien und überwiegend asphaltierten Radroute, ... immer aber auf sehr gut ausgebauten Radwegen.

Kurzum: Die Radroute Brenner - Calalzo ist aktuell sicher eine der faszinierendsten und schönsten TransAlp light Radrouten:  also eine leichte Alpendurchquerung mit dem Fahrrad

WICHTIGER WARNHINWEIS!

Vorsicht: es gibt andere Websites, welche die vom ECP-Team konzipierte Europa-Express-Radroute präsentieren und zwar unter unserer offiziellen Bezeichnung Europa-Express-Radroute. Die besagte Präsentation wurde mit uns nicht abgesprochen. Die auf der besagten Website angebotene Route und die GPS-Tracks entsprechen nicht dem von uns erarbeiteten Routenverlauf. Wir warnen deshalb ausdrücklich davor,   die Europa-Express-Radroute mit  GPS-Tracks von externen  Websites zu befahren und wir distanzieren uns hiermit audrücklich von den Tourenvorschlägen externer Websites, die sich auf die von uns konzipierte Europa-Express-Radroute berufen. 


Radroute Brenner - Calalzo 

Die Radroute startet am Bahnhof Brenner (am Brennerpass) und führt durch die Dolomiten nach Calalzo di Cadore. Mehrere „offizielle“ Radrouten werden miteinander kombiniert. Vom Bahnhof in Brenner gibt es sehr gute Verbindungen mit dem Zug nach Innsbruck. Außerdem kommt man von der Radreise gut mit dem Zug zurück zum Startpunkt. Der Brenner ist einer der bekanntesten, aber auch einer der am meisten befahrenen Pässe der Welt. Die Brenner-Autobahn verläuft jedoch mit deutlichem  Abstand zum Radweg, wenngleich man die Trasse der Autobahn mit ihren schwindelerregenden Viadukten aus der Ferne immer wieder sieht. Schon im Laufe der Antike nahm der Brenner anderen Alpenpässen, wie dem Reschenpass und dem Fernpass, den Rang als wichtigste Transitroute durch die Alpen ab. Der Grund ist schnell erklärt. Der Brenner ist mit einer Passhöhe von rund 1370 Metern die steigungsärmste und am leichtesten zu überwindende Nord-Südverbindung durch die Alpen.

Vom Brenner bis nach Franzensfeste verläuft dieser Routentipp durchgehend auf dem Eisacktal-Radweg. Der Eisacktal-Radweg ist zwar ein offizieller Radweg, er ist aber nicht als solcher ausgeschildert. In Italien ist es üblich, Radrouten nach dem jeweils nächstgrößeren oder touristisch bedeutsamen Ort zu beschildern. Der Eisacktal-Radweg begleitet den gleichnamigen Fluss und existiert im Prinzip schon seit langem, aber erst mit dem Ausbau der ehemaligen Bahntrasse vom Brenner bis Sterzing zum Radweg stieg der Eisacktal-Radweg zu einer spektakulären Premium-Radroute auf. Die Etappe auf der alten Brenner-Staatsstraße ist jetzt Vergangenheit. Nun radelt man auf einer nahezu autofreien Radroute, die traumhafte Panoramen auf die Bergwelt der Alpen freigibt. Dort, wo einst die Fernzüge nach Italien rollten, fährt man heute mit dem Rad. Ehemalige Signalmasten ziehen am Radweg vorüber, und man durchquert ehemalige Eisenbahntunnels. So kommt man komfortabel bis nach Sterzing, wobei der Radweg kontinuierlich bergab führt. Die lebendige Fußgängerzone von Sterzing ist sehr touristisch, mit den vielen historischen Gebäuden aber auch ausgesprochen sehenswert. Der Stadtturm, der so genannte Zwölferturm, thront am Rande der Altstadt und ist das Wahrzeichen der Stadt. Sterzing ist ein beliebter Rast- und Aufenthaltsort für Touristen und Reisende auf dem Weg nach Italien.

Ab Sterzing gibt es ein paar leichte Steigungen, die jedoch kaum ins Gewicht fallen. Insgesamt führt die Radroute noch immer flott bergab, sodass man zügig vorankommt. Man erreicht den Ort Franzensfeste und fährt am gleichnamigen Stausee entlang. Die imposante Festung, welche über dem Tal thront,  stammt aus dem 19. Jahrhundert, wurde jedoch nie angegriffen. Dort, in etwa beim Zugang zur Festung, muss man sich entscheiden. Hier kann man entweder auf dem Eisacktal-Radweg bleiben und so weiter nach Bozen radeln. Auch zwischen Waidbruck und Blumau wurde der Eisacktal-Radweg inzwischen neu ausgebaut. Wo man früher auf einer stark befahrenen Bundesstraße radeln musste, gibt es jetzt einen weiteren, sehr gut ausgebauten Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse. So kommt man quasi autofrei ins Stadtzentrum von Bozen. Die Eisack mündet bei Bozen in die Etsch. Hier endet der Eisacktal-Radweg, aber man hat Anschluss zum Etsch-Radweg und zur Via Claudia Augusta, auf der man bis Venedig weiter kommt.

Unser Tourenvorschlag wechselt in Franzensfeste auf den Pustertal-Radweg und führt weiter nach Toblach.  Der Transit vom Eisacktal ins Pustertal verläuft über den Ort Aicha. Auf dem Radweg geht es mit herrlichen Ausblicken ins Pustertal hinab und in das Städtchen Mühlbach, wo man das Tal der Rienz erreicht, also das eigentliche Pustertal. Der Radweg verläuft nun meistens recht dicht am Fluss Rienz entlang. Über zweitausend Meter hohe Berge säumen das Tal zu beiden Seiten. Sportliche Radler schaffen die Strecke vom Brenner bis in die schöne Stadt Bruneck an einem Tag. Wer es sich nicht zutraut, der sollte in Sterzing oder Mühlbach nächtigen. Ansonsten ist Bruneck eine wundervolle Stadt, um Quartier zu beziehen. In der lebendigen Fußgängerzone mit ihren Altstadthäusern kann man gemütlich im Café sitzen und auch in der näheren Umgebung gibt es viel zu sehen und zu tun, wie etwa mit der Seilbahn auf den Kronplatz liften und den herrlichen Panoramablick genießen. Auf einer landschaftlich schönen Route erreicht man den touristisch geprägten Ort Toblach, dessen Zentrum aus Hotels und Gasthöfen besteht. Hier gibt es die Möglichkeit, auf dem Drau-Radweg nach Lienz und bis an die slowenische Grenze oder aber nach Grado an die Adria weiterzufahren. Unsere Radroute führt hingegen nach Süden auf einen der faszinierendsten Radwege Italiens und Europas ... den Dolomiten-Radweg.

Auf dem Dolomiten-Radweg weiter nach Calalzo

Der Dolomiten-Radweg heißt auf italienisch La lunga via delle Dolomiti, also übersetzt etwa Langer Weg der Dolomiten. Der schönste Abschnitt des Dolomiten-Radwegs ist sicherlich die Etappe vom Cimabanche-Pass bis nach Calalzo di Cadore. Diese Etappe verläuft auf der Trasse der ehemaligen Dolomitenbahn. Die Radroute führt durch zahlreiche ehemalige Eisenbahntunnels und über ehemalige Eisenbahnbrücken hinweg, die sich über schwindelerregende Täler spannen. Wer sich den Anstieg zum Scheitelpunkt der ehemaligen Bahn auf den Cimabanche-Pass ersparen will, der nimmt ab Toblach (Bahnhof) den Bus. Der Linienbus nach Cortina d'Ampezzo führt zwar keine speziellen Radanhänger mit, aber die Räder werden unkompliziert ins Gepäckfach der Busse geschoben. Sattel- und Lenkertaschen sollte man zuvor abnehmen. Der Busshuttle erspart einige holprige Passagen bei der Auffahrt zum Pass. Die Dolomitenbahn, auf deren Trasse der Radweg heutzutage verläuft, galt als eine der schönsten Gebirgsbahnen der Alpen.

Vom Cimabanche-Pass bis Cortina ist der Radweg zwar nicht asphaltiert, aber sehr gut befestigt und bestens befahrbar. Ab Cortina ist der Radweg bis Calalzo fast durchgehend asphaltiert und er führt beständig bergab. Von Calalzo kann man übrigens ebenfalls mit einem Busshuttle zurück nach Cortina liften. Diese Buslinie führt Radanhänger mit und startet am Bahnhof in Calalzo. Über  Cortina kommt man dann  (mit Umsteigen) mit dem Bus zurück bis Toblach. So lässt sich die rund 55 Kilometer lange Radroute vom Cimabanche-Pass nach Calalzo gut an einem Tag schaffen. Wer vorhat, auf dem Drau-Radweg weiter nach Lienz, Völkermarkt, Villach oder auf dem Alpe Adria-Radweg bis nach Udine und Grado zu fahren, der sollte sich diese einmalige Radroute auf der ehemaligen Dolomitenbahn dennoch nicht entgehen lassen und sie als Ausflug einplanen.

Cortina ist eine recht geschäftige Stadt. Die hübsche Fußgängerzone lädt zu einem Bummel und einer Verschnaufpause in einem der Cafés ein. Pieve di Cadore ist der Geburtsort des berühmten Malers Tizian und man kann dessen Geburtshaus besuchen. In der Stadt Pieve di Cadore strömen normalerweise keine Touristenströme zusammen, obgleich die schöne Altstadt durchaus sehenswert und heimelig ist. Die Stadt bietet sich als Übernachtungsort an, insbesondere, wenn man weiter nach Venedig radeln will. Pieve di Cadore verfügt über eine gute touristische Infrastruktur an Hotels und Restaurants.



Fakten zur Radroute Brenner - Calalzo

Tourenverlauf
Brenner, Gossensaß, Sterzing, Franzensfeste, Mühlbach, Bruneck, Toblach, Cortina d'Ampezzo, Calalzo.

Länge
185 km

Beschilderung
Vom Brenner bis Toblach: als Radroute zur jeweils nächsten großen Stadt, also beispielsweise Radroute Mühlbach. Toblach – Calalzo: Ciclabile delle Dolomiti, auch Itinerario (Weg) oder La lunga via delle Dolomiti.

Fahrbahn
Überwiegend asphaltiert, nur kurze Etappen auf meist gut befestigten Kieswegen. Toblach – Cimabanche (Pass): streckenweise holprig. 

Verkehr
Überwiegend auf autofreien Radwegen oder kaum befahrenen Wirtschaftswegen und Landstraßen. Nur kurze Etappen (insgesamt ca. 2 Kilometer) auf stärker befahrenen Straßen.

Andere Aktivitäten
Zu weiten Teilen barrierefrei. Wandern: Dolomiten-Radweg.

Kinder
Es kann plötzlich  schneller Gegenverkehr auf den Radwegen auftauchen. Kinder auffordern, nur die rechte Fahrbahnseite zu nützen!

Karte
Kompass Fahrrad- und- Mountainbikekarte Innsbruck, Brenner, Sterzing und Umgebung, Blatt 3411, 1:70.000 (Kompass-Verlag). Man braucht zusätzlich:  Blatt 3413 Pustertal , Sextender Dolomiten.  

Info
Zur Radroute Brenner – Calalzo wird es voraussichtlich ab Sommer 2019 wieder eine ECP-Publikation geben. Infos hierzu finden Sie (bei Erscheinen des Buches) unter Buchtipps.